Zeit.de: In der Zeit stehen geblieben

Hallo liebe Zeit-Online-Redaktion,

mir ist bewusst, dass diese E-Mail-Adresse nicht für Abo-Fragen oder -Anmerkungen gedacht ist, aber Ihre Kollegen beim „Kundenservice der digitalen ZEIT“ konnten oder wollten mein Anliegen nicht verstehen. Die Antwort des Kundenservices war so aussagelos wie am Thema vorbei, dass ich das Thema damals kopfschüttelnd ad acta legte und mir dachte: „dann bekommt ‚die ZEIT‘ eben kein Geld von mir.“

Nun, Monate später, bin ich aber wieder an dem Punkt, dass ich Ihnen gerne Geld geben würde, für Ihr Online-Angebot.
Das aber nicht kann. Ich habe da ein Problem: Ihr anachronistisches Bezahl-Modell.

Ich sehe kein Grund, wieso eine Bezahlung für ein Online-Dienst halbjährlich passieren soll. Und dann auch noch aufgeschlüsselt in Wochen?! („Danach zahlen Sie 5,60 € pro Woche. Die Abrechnung erfolgt halbjährlich. https://premium.zeit.de/bestellung/1597905).

Ich kann verstehen, wo die Ursprünge dafür liegen – Sie kommen von einem physischen, gedruckten Produkt, das wöchentlich ausgeliefert wird.
Aber meinen Sie, dass es noch zeitgemäß ist, diese alten Strukturen in die „neue“, digitale Welt zu übernehmen? In Zeiten von monatlichen Abos, wie Netflix oder Spotify? Sogar Mitbewerber, deutsche wie internationale, bekommen dieses „Monats-Abo“ hin. Wieso Sie nicht?

Es hilft auch nicht, dass man „jederzeit kündigen kann“. Ich sehe kein Grund, im digitalen Zeitalter Ihnen mehr als 120 Euro für ein halbes Jahr im Voraus zu bezahlen, wenn ich vielleicht nur 1 oder 2 Monate am Ende den Dienst nutzen möchte.
Beim komplett digitalen Kauf ist ja nicht einmal mehr unbedingt ein Mensch von Nöten, der alle Details des Kunden bestätigt oder jedes Mal tätig werden muss, sobald Geld eingeht oder ausbleibt. Solange ich als Kunde digital (PayPal, Kreditkarte etcpp) bezahle, wissen Sie, dass Sie das Geld bekommen haben. Dann können Sie mir als User unmittelbar Zugriff auf die Artikel gewähren. Zahle ich als Kunde nicht mehr, bzw. bleibt eine Zahlung aus, verliere ich als User den Zugriff. Das ist nun absolut kein Hexenwerk mehr. Im Zweifel fragen Sie doch einfach mal Ihre Nachbarn und Kollegen vom Spiegel; sogar die haben das hinbekommen.

Falls nötig, führen Sie doch einfach ein Dienst/Tarif ein, bei dem es kein PDF/e-Book etc. der gedruckten ZEIT oder Audio-Dinge gibt, sondern nur alle Online-Artikel, wie diese auf Zeit.de vorliegen. Ausschließlich mit unmittelbarer Bezahlung via PayPal, Kreditkarte oder anderen Online-Bezahldiensten, für “ ein Zwanni im Monat“ (20 Euro; die Zielgruppe, zu der ich mich dazu zähle, braucht übrigens auch keine Bezahlart wie „Bankeinzug“ oder „Rechnung“).

Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie diese E-Mail an die richtigen Stellen in Ihrem Haus weiterleiten könnten.

Vielen Dank und beste Grüße aus Berlin,
Fabian Fischer

Mail an die Zeit.de-Redaktion