Dieses Jahr verschlug es mich für knapp 2 Wochen nach Griechenland. Die Idee: Erst ein paar Tage nach Athen – weil ich noch nie in Athen war – und dann ein bisschen „Inselhopping“.
Athen
Die vier Tage in Athen waren bestimmt von langen Erkundungstouren, quer durch die Stadt. Kein Tag ohne mindestens 20.000 Schritte. Selbstverständlich führten mich diese Märsche zu allen bekannten Sehenswürdigkeiten von Athen: ich erkundete die Akropolis, besuchte das Akropolismuseum, das Museum für kykladische Kunst, die Alte Agora, das Panathinaiko-Stadion und das Olympieion. Ich schaute mir zwei Sonnenuntergänge auf dem Hügel der Nymphen an.
Neben diesen „Klassikern“ erforschte ich Athen aber auch abseits der großen Sehenswürdigkeiten und Plätzen. Ich sah, wie die Familien abends, wenn die Sonne fast schon untergegangen war, aus ihren Häusern kamen, sich bei den zahlreichen kleineren Plätzen und Parks in der Stadt trafen, und gemütlich bei Essen und Trinken austauschten. Daneben tollten die Kinder. Oder manch jung-jugendliche Fußballmannschaft trainierte bis 22 Uhr, weil dann die Temperaturen langsam für längeren Sport und Anstrengungen halbwegs erträglich wurden.
Bei den Temperaturen tagsüber half häufig eine Pause im Café. Kurz mal Luft holen, verschnaufen, und dabei einen eisgekühlten Kaffee trinken. (Mit dem typischen griechischen Mokka wurde nicht so richtig … „warm“).
Wenn man auch schon mal eingekehrt war, konnte man sich ja ab und zu auch direkt ein Bild vom griechischen Essen machen. Und es war, wirklich, immer gut!


















Mykonos und Delos
Nach den vier Tagen in Athen stand der erste Trip mit einer Fähre an. Nach Mykonos. Dafür musste ich sehr früh nach Piräus. Das Boarding und die Fahrt liefen gänzlich unproblematisch. Das eigene Gepäck neben den schon existierenden Haufen gestellt. Platz gesucht. Die knapp 3 Stunden Fahrt mit Podcasts verbracht. Alles kein Problem. Auch weil es eine große Autofähre war, bei der man nicht wirklich die Wellen merkte. (Dieser Punkt wird später moch einmal wichtig, bei einer anderen Fahrt…)

In Mykonos checkte ich kurz ein – mein Hotel lag logistisch-schlau sehr nah am neuen Hafen – und es ging direkt weiter Richtung Mykonos-Stadt zum alten Hafen. Ich wollte noch die Tour nach Delos mitmachen, bzw. das Boot erwischen.
Delos
Delos ist eine kleine Insel nahe Mykonos, auf der heutzutage eigentlich nur noch Ruinen sind, vorangig bekannt für die Ruinen des alten Apollonheiligtum. Daneben existieren aber noch mehr Ruinen, z.B. alte Häuser, ein Isistempel oder auch Löwenstatuen, und ein Besucherzentrum bzw. Museum. Bewohnt ist die Insel nicht. Wer Gefallen an kleineren Wanderungen durch Ruinen findet, sollte Delos besuchen. Da ich außerhalb der Hauptsaison da war und auch die Nachmittag-/Abendtour nahm, waren nicht mehr so viele Menschen da, was es noch angenehmer machte.






Mykonos
Weil ich nur noch einen weiteren Tag auf Mykonos hatte, stresste mich nicht nach den langen Athentagen nicht so und vebrachte die meiste Zeit am Pool und an einem Strand. Mit einem kleinen Abstecher nach Mykonos-Stadt mit seinen verzückten kleinen Gassen und typischen weißen Häusern. Leider waren super viele Touristen in diesen Gassen, größtenteils von Kreuzfahrtschiffen, was es stellenweise recht „crowdy“ machte. Aber da ich selbst Teil des Problems war, sollte ich mich auch nicht groß beschweren.



Milos
Als nächstes stand Milos auf meiner Agenda. Lange Zeit gab es die Überlergung, ob ich vorher noch einen Stopp auf Naxos machen sollte – aber da ein weiterer Stopp alles noch „stressiger“ gemacht hätte, und ein Kollege von Milos schwärmte, verwarf ich das mit Naxos und fuhr direkt von Mykonos nach Milos. Mit dem Superjet. Und – oh boy. Das war ein Ritt. Der Name vom Boot kam nicht von ungefähr. Es war schnell – relativ klein, man spürte jede Welle. Die Klimaanlage war offenbar mit einem voll beladenen Schiff auch am Limit, es wurde immer wärmer. Die drei Stunden Fahrt wurden zu einer Tortur. Für mich, und viele andere Fahrgäste ebenfalls. Ich hing nach knapp der Hälfte der Zeit in meinem Sitz, vorgebeugt über einer Tüte… Die Geräusche und Szenen für die bootsfahrt-festeren Gäste waren sicherlich auch nicht sehr schön. Diese Bootsfahrt bleibt sicherlich den meisten Gästen im Gedächtnis.
Die wilde Fahrt sollte sich am Ende aber lohnen. Milos ist es wert. Eigentlich empfiehlt es sich, mit einem kleinen Führerschein-freien Boot die ganzen, sonst unzulänglichen, Buchten anzusteuern… Aber da ich alleine unterwegs war und die Vermieter verständlicheweise Bedenken hatten, mir alleine ein Boot zu überlassen, wählte ich das nächst beste, um die Insel zu erkunden: ein E-Bike.
Mit dem Fahrrad konnte ich viele Teile der Insel erkunden, ohne ein Auto oder Quad zu mieten. Mit dem Fahrrad konnte man viele Nebenwege befahren, ohne dass man ständig „Angst“ vor Autos haben müsste. Und auch auf Straßen hatte ich als Fahrradfahrer jetzt nie das Gefühl großer Gefahr ausgesetzt zu sein, zumindest nicht mehr als in Deutschland.
Mit dem Fahrrad fuhr ich zum Beispiel zum bezauberten Winzdorf „Klima“, mit seinen bunten Fassaden. Auch viele andere Stellen der Insel erreichte ich relativ gut, so zum Beispiel „Sarakiniko“, die weißen Klippen Milos.















Santorin
Der letzte Stop meiner Reise war dann Santorin. Natürlich ging es wieder via Fähre dorthin. Beim Warten auf die Fähre sprach mich ein amerikanisches Pärchen an und boten mir Tabletten gegen Seekrankkeit an. Wir „kannten“ uns von der Überfahrt von Mykonos nach Milos – da waren wir alle Leidesgenossen. Da ich aber auch aus meiner letzten Fahrt gelernt hatte, besaß ich die gleichen Tabletten in meiner Tasche. Aber sehr nett und aufmerksam – und wir Landratten müssen ja auch irgendwie zusammenhalten.
Als die Fähre dann anlandete, stellte sich diese tatsächlich aber wieder als eine große Autofähre dar. Ich hatte beim Namen „SPEEDRUNNER JET“ schon Schlimmes befürchtet! Die Tabletten benötigte ich gar nicht!
Am ersten Tag auf Santorin war ich schon vor Sonnenaufgang unterwegs. Ich wollte jenen Sonnenaufgang und die Vulkaninsel auf der Wanderung von Fira nach Oia sehen und kennenlernen. Die Wanderung ist etwa 10 Kilometer lang und dauert schon ein paar Stunden. Da Santorin vulkanischen Usprungs ist, liegt eigentlich alles erhöht des Meeresspiegels. Die Insel ist dadurch auch stellenweise hügelig, was man bei der Wanderung auch merkte – meine Sandalen reichten aber dennoch.
Ich hatte mir bei der Wanderung persönlich Zeit gelassen, allein schon wegen Dronen- und Fotoshots, und war etwa von 6 uhr bis 12:30 Uhr unterwegs. Man kann es aber auch schon schneller erlaufen, wenn man nicht, wie ich, alle naselang Halt macht. Wenn man die ganze Strecke läuft, empfehle ich aber ausreichend Wasser mitzunehmen. Nachdem ich Fira hinter mir gelassen hatte, kam ich auf dem Weg nach Oia nur an einer Stelle an einem Kiosk mit Wasser vorbei.
Oia liegt am einen Ende der Insel und die weißen Häuser erstrecken sich über die dunklen Klippenabhänge, was einerseits wunderbare Anblicke beschert, dadurch andrerseits aber auch zu einem Touristenmagnet wird. Die Touristen schoben sich in der Mittagshitze wortwörtlich durch die schmalen Gassen, was den Besuch für mich jetzt zu keinem Highlight machte – trotz der hübschen Gebäude (und Fotos).
Die restliche Insel erkundigte ich mithilfe eines Quad-Bikes. Damit ließ sich alles relativ gut erkunden. So konnte ich fast die komplette, andere Seite der Insel innerhalb eines Tages entdecken. Ich fuhr beim Akrotiri Leuchtturm vorbei, ganz im Südwesten der Insel, besuchte Windmühlen im Zentrum und statt die Ruinen von Alt-Thera im Südosten anzusteuern, beendete ich den Tag beinebaumelnd auf einer Liege am Perívolos-Strand.
„Krönender“ Abschluss war dann am letzten Abend noch das Wein-Tasting bei der „Venetsanos Winery„, mit atemberaubenden Ausblick – inklusive Sonnenuntergang.
















